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Das Aluminium und die Brezel

20. Dezember 2014 - Umwelt

Gerade im südlichen Deutschland ist die Brezel kaum wegzudenken. Berichte über hohe Aluminiumrückstände in dem Gebäck werden jedoch dem einen oder anderen Genießer die Freude daran verdorben haben. Grund für die Konzentration ist das Zusammenspiel aus dem für den Herstellungsprozess optimal geeigneten Aluminiumblechen und der zum Einsprühen der Brezeln verwendeten Natronlauge, die durch ihren chemischen Charakter Feinstpartikel aus den Blechen löst.

Entgehen des durch die recht sprunghaft aufgetretene Berichterstattung gewonnenen Eindrucks, ist die Problematik bereits seit Jahren bekannt und wird entsprechend lange von Verbraucherschützern moniert. Während in Baden-Württemberg inzwischen Verstöße gegen die vorgeschriebenen Grenzwerte mit Geldbußen geahndet werden, warten die Verbraucher in Bayern noch auf eine entsprechende gesetzliche Umsetzung.

Bei der Bewertung der Gefährlichkeit der Aluminiumaufnahme gibt es noch keine klaren wissenschaftlichen Nachweise, jedoch inzwischen verschiedene stichhaltige Indizien, die auf Zusammenhänge bei der Entstehung von Alzheimer bzw. Krebs hindeuten. Der Grenzwert der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) liegt bei 1 Milligramm (mg) Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht bei einer Aufnahme über die Nahrung.

Neben den im Fokus stehenden Brezeln, kommt Aluminium in unterschiedlichen Mengen in natürlicher oder künstlicher Form in verschiedenen Lebensmitteln vor, wobei der Einsatz als Lebensmittelzusatzstoff vom Gesetzgeber mehr und mehr eingeschränkt wird. Ansonsten können sich Kleinstmengen immer aus verwendeten Aluminium-Dosen, -Bestecken, -Folien etc. lösen, vor allem, wenn damit säurehaltige oder salzige Nahrungsmittel aufbewahrt werden.

Eine ganze andere - und wohl auch einfacher vermeidbare - Quelle stellen Kosmetika und dort insbesondere Deodorants dar. In diesen findet sich sehr häufig Aluminiumchlorohydrat, welches wiederum ca. 5% Aluminium enthält. Ein Rechenexempel des Bundesinstituts für Risikobewertung (vgl. Quellen) legt dar, dass schon alleine durch den täglichen Einsatz solcher Deos die empfohlenen Grenzwerte überschritten werden können - und das vollkommen ohne Brezelverzehr.

Quellen:

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