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Jahresrückblick 2014

31. Dezember 2014 - Internationales

Das Jahr 2014 wurde von mehreren langwierigen wie von globalem Interesse geprägten Ereignissen gezeichnet, von denen die meisten - unabhängig von der medialen Aufmerksamkeit - noch lange nicht gelöst sind oder ihre volle Wirkung erst noch entfalten werden.

Der seit 2011 andauernde Bürgerkrieg in Syrien ist fernab irgendeiner tragbaren Lösung und droht vielmehr weitere Nachbarstaaten mit in den Konflikt hineinzuziehen. Das Erstarken der radikal-islamischen Organisation des Islamischen Staates hin zu einer große Gebiete beherrschenden Regionalmacht auf syrisch-irakischen Gebiet macht ein schnelles Ende der Instabilität äußerst unwahrscheinlich. Vielmehr droht eine zunehmende Vereinnahmung des Westens, der mit Luftschlägen und Waffenlieferungen an andere Gruppierungen versucht, den mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst mit aufgebauten Islamischen Staat wieder einzudämmen. Mehr als ein Status Quo auf Kosten der im Konfliktgebiet lebenden Menschen ist jedoch nicht absehbar.

Im Konflikt zwischen dem Westen und Russland um die Ukraine ist auch keine wirkliche Lösung in Sicht. Zwar scheinen die Kampfhandlungen weitestgehend eingestellt zu sein und auch beim Streit um die Gaslieferung von Russland an die Ukraine wurde eine Lösung gefunden, dennoch bleibt die Uneinigkeit in grundlegenden Punkten weiter bestehen. Die westlichen Sanktionen gegen Russland zeigen inzwischen mehr und mehr an Wirkung und nötigen Putin durch Finanzspritzen den Bankensektor zu stabilisieren. In Europa ist der wirtschaftliche Schaden durch die eingeschränkten Exportmöglichkeiten nach Russland ebenfalls spürbar. Einzig die USA können sich über eine nachhaltige Verstimmung zwischen der Europäischen Union und Russland sowie einer Zäsur der bisher umfassenden wirtschaftlichen Zusammenarbeit freuen.

Mit einem Ebolaausbruch in Westafrika stand auch eine nicht ungefährliche Seuche im Mittelpunkt des Weltgeschehens. Einzelne Fälle in westlichen Staaten führten kurzzeitig für die Sorge einer umfassenden Ausbreitung. Inzwischen ist Ebola aber wieder ein rein afrikanisches Problem und ist entsprechend aus der Berichterstattung verschwunden. Dabei ist die Gefahr noch lange nicht gebannt ist und könnte sich jederzeit wieder verschlimmern.

Die Fussballweltmeisterschaft in Brasilien brachte aus deutscher Sicht einen Weltmeistertitel, aus Sicht des Gastgebers neben einer derben sportlichen Niederlage auch die Erkenntnis, dass - wie bei den meisten Veranstaltungen dieser Art - die versprochenen positiven wirtschaftlichen Effekte so gut wie nicht zum Tragen kamen und vielmehr hohe langfristige Bürden durch den Unterhalt nicht mehr benötigter Stadien zu tragen sind. Von den geplanten Verbesserungen der Infrastruktur sind auch nur Teile fertig gestellt worden. Die brasilianischen Steuerzahler werden wohl noch länger mit den Folgen der WM zu kämpfen haben.

Neben den genannten Ereignissen, gab es noch zahlreiche weitere Konflikte bzw. absehbare Konfliktfelder. Der ehedem unruhige Nahe Osten bleibt weiter ein Herd der Unsicherheit. Neben Syrien und dem Dauerkonflikt um Israel ist der sich abzeichnende Zerfall von Libyen und dem Irak hervorzuheben. In Afrika nimmt die Zahl der durch Bürgerkriege und andere Ereignisse zerrüttelter Staaten zu und droht auch benachbarte Länder mit in die Krise zu reißen. Auch wenn sich Südostasien noch vergleichsweise stabil darstellt, zeigt die zunehmend aggressive Rhetorik zwischen China und u.a. Vietnam, den Philippinen und Japan deutlich, welch eine gewaltige Sprengkraft diese Region innehat.

Quellen:

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