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Boko Haram auf dem Vormarsch

14. Januar 2015 - Internationales

Während Europa noch geschockt vom Anschlag islamistischer Täter auf die französische Satirezeitung Charlie Hebdo in Paris mit 20 Toten ist, wütet in Nigeria die für die Errichtung eines Gottesstaats kämpfende Gruppierung Boko Haram in einem für europäische Maßstäbe nur schwer zu fassenden Ausmaß.

Boko Haram wurde vor allem durch die Entführung von 200 Schulmädchen im Jahre 2013 bekannt. Bei der aktuellen Offensive wurden zahlreiche Dörfer zerstört und mehrere hundert - die Zahlen variieren je nach Quelle - Menschen getötet. Ferner wurde der letzte Militärstützpunkt in äußersten Nord-Osten des Landes erobert.

Der seit Jahren andauernde Terror wirkt sich auch erheblich auf die Nachbarländer Nigerias - insb. Kamerun, den Tschad und den Niger - aus, die gut 200.000 Flüchtlinge aus Nigeria aufgenommen haben.

Neben Selbstmordanschlägen und anderen zu erwartenden terroristischen Maßnahmen fällt auf, dass Boko Haram zu umfassenden und großen Aktionen in der Lage ist und inzwischen wohl deutlich mehr als eine kleine Gruppe verschworener Fanatiker darstellt. Grund für den Erfolg spielt neben eines maroden, in der eigenen Bevölkerung gefürchteten und korrupten - teils sogar mit Boko Haram kollaborierenden - nigerianischen Militärs auch der Umstand, dass in Nigeria zahlreiche Ethnien um Macht, Einfluss und vor allen die üppigen Einnahmen aus dem Ölexport konkurrieren und Boka Haram dabei durchaus auch als Gegengewicht zur Zentralregierung sehen.

Eine Lösung des Konflikts ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten, allein schon da er rein militärisch kaum zu beenden ist und gesellschaftliche Reformen nicht erkennbar sind. Ob sich die oben genannten Nachbarländer mittelfristig aus den Kämpfen heraus halten können, ist dagegen äußerst fraglich.

Quellen

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