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König Abdullah gestorben

23. Januar 2015 - Internationales

Das bisherige Oberhaupt des saudischen Königshauses verstarb gestern im Alter von 90 Jahren nach längerer Krankheit. Der mit vollen Namen Abdullah ibn Abd al-Aziz Al Saud betitelte Monarch begann seine Amtszeit offiziell am 01.08.2005, führte das Land aber faktisch bereits seit dem Schlaganfall seines Bruders und damaligen Königs Fahd Ende 1995. In seine Amtszeit fielen u.a. die Anschläge von 11. September sowie der 3. Golfkrieg.

US-Präsident Barack Obama würdigte Abdullah als aufrichtigen Herrscher und lobte die Partnerschaft zwischen den USA und Saudi Arabien. Dass solche Worte trotz der faktisch bewiesenen finanziellen Unterstützung zahlreicher terroristischer Vereinigungen, eklatanter Menschenrechtsverletzungen und einem aus westlicher Sicht archaischen Rechtssystem - so wurde vor kurzen ein Blogger wegen vornehmlicher Islamkritik zu 1000 Peitschenhieben verurteilt - zu hören sind, macht die Bedeutung saudischen Öls sowie eines erheblichen saudischen Investitionsvolumens in westlichen Konzernen deutlich.

Nachfolger Abdullahs wird sein 11 Jahre jüngerer Halbbruder Salman ibn Abd al-Aziz. Ob sich unter dem 32. Sohn des Staatsgründers Abd al-Aziz Al-Saud ein entscheidender Kurswandel des wahabitischen Königshauses vollziehen wird, gilt als unwahrscheinlich.

Der neue Herrscher wird weiter den mehrfachen Spagat zwischen der Befriedung radikalislamischer - und i.d.R. königsfeindlicher - Tendenzen, dem Aufbegehren der schiitischen Minderheit sowie allgemeinen Freiheitsbestrebungen im eigenen Land, dem Erstarken des Regionalkonkurrenten Iran, dem eigenen Machterhalt und den notwendigen Reformen vollbringen müssen. Vom Westen dagegen hat Saudi Arabien keinen ernsthaften Widerspruch zu erwarten.

Quellen:

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