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Bundeswehr im Nordirak

07. Februar 2015 - Internationales

Der Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Islamischen Staates wird auch von deutscher Seite - zumindest indirekt - weiter forciert. Nachdem seit Herbst letzten Jahres bereits Waffen im Wert von ca. 70 Millionen Euro sowie einzelne Ausbilder in von kurdischen Einheiten gehaltene Gebiete des Nordirak verschifft worden sind, hat der Bundestag am 29.01.2015 eine rechtlich nicht unumstrittene umfangreichere Ausbildungsmission beschlossen. Diese ist inzwischen angelaufen und soll bis zu 100 Ausbilder umfassen. Weitere Waffenlieferung stehen ebenfalls in der Diskussion.

Auch andere Verbündete im Kampf gegen den IS zeigen Härte. So versucht sich die irakische Armee wieder an einer Offensive, kann aber erneute schwere Anschläge gegen die schiitische Minderheit nicht verhindern, was den Zusammenhalt des fragilen Reststaates weiter in Frage stellt. Jordanien hatte mit dem IS noch um einen Austausch eines gefangenen Piloten verhandelt, reagiert nach dessen Tod aber mit der Hinrichtung von zwei eigentlich für den Austausch gefangengehaltenen Dschihadisten. Selbst Ägyptens Staatschef Al-Sisi fordert in einem Interview einen entschiedenen Kampf gegen den IS. Den Herrschenden der drei Ländern ist sicherlich bewusst, dass jeder Erfolg des IS auch den Radikalen im eigenen Land Aufwind verschaffen wird und daher direkt wie indirekt eine reale Bedrohung der Macht darstellt.

Die Schlacht um Kobane - einer für die Kurden strategisch wichtigen Stadt im syrisch-türkischen Grenzgebiet - konnte zwar nach mehrmonatigen Kämpfen und massiven westlicher Luftangriffen gegen den IS entschieden werden, davon bereits den beginnenden militärischen Untergang des Islamischen Staates ableiten wollen, wäre eine falsche Einschätzung der Lage. Ohne das Eingreifen des Westens, wären die Kämpfe sicherlich anders ausgegangen.

Eine Unterstützung der Kurden - die, nebenbei erwähnt, weitestgehend den irakischen (und mit der Türkei in einem vergleichsweise gutem Verhältnis stehenden) und nicht den syrischen (die die Schlacht um Kobane zu tragen hatten) Kurden zu gute kommt - mag sicherlich eine gute Möglichkeit sein, zumindest das Vorrücken des IS zu bremsen oder auf mittlere Sicht vielleicht sogar zurück zu drängen. Wie ein militärisch gut ausgestattetes kurdisches Gebiet in einer potenziellen Post-IS-Ära auf die Zentrifugalkräfte des Iraks oder den Nachbarstaat Türkei wirken werden, scheint aktuell nicht thematisiert zu werden.

Quellen:

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