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Zerstörung von Kulturgütern durch den IS

28. Februar 2015 - Internationales

Der Islamische Staat hat erneut die mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Waren bisher vor allem Gewalttaten - wie Hinrichtungen - im Fokus, so sind es diesmal schockierende Berichte über massive Zerstörungen von Kulturgütern im archäologischen Museum in Mossul, immerhin das zweitgrößte seiner Art im Irak. Opfer dieser verabscheuungswürdigen Tat wurden vor allem Ausstellungsstücke aus antiker assyrischer, hellenistischer und parthischer Zeit, u.a. eine bekannte über 2600 Jahre alte Türhüterfigur.  

Die meisten Zeugnisse der Zeitgeschichte werden aufgrund der brachialen Gewalt nicht mehr restaurierbar und für zukünftige Generationen für immer verloren sein. Eine von der UNESCO geforderte Krisensitzung der Vereinten Nationen mag die Dramatik der Ereignisse widerspiegeln, mehr als berechtigterweise verurteilende Worte werden aber kaum zu erwarten sein.

Dass religiöse Fundamentalisten kulturelle Schätze wenig achten, zeigen auch die gezielten Zerstörungen der Buddha-Statuen von Bamian durch die Taliban in Afgahnistan 2001 oder die Zerstörung der als Weltkulturerbe geltenden Jahrhunderte alten Grabstätten in der malischen Stadt Timbuktu 2012 durch radikale Islamisten.

Gegenüber solch barbarischer Akte wirkt die Weltgemeinschaft hilflos, Pläne zur Rettung von der kaum unerwarteten Zerstörungswut scheinen nicht zu bestehen. Doch wie viel Hoffnung kann es für einzigartige Kulturgüter geben, wenn zehntausende Menschen den ethnisch-religiös begründeten Massakern radikaler Islamisten preisgeben werden? Im Fall des IS werden die militärischen Aktivitäten des Westens gegen den IS kaum nachhaltige Folgen haben, vor allem so lange sich dieser weiter durch Ölverkäufe - es stellt sich die Frage, warum die Fördergebiete überhaupt noch intakt sind und noch kein Ziel von Luftschlägen geworden sind - finanzieren kann und keine von in deren Kerngebieten lebenden Bevölkerung akzeptierten - d.h. heißt sunnitisch dominierte - Ordnungsmacht in Sicht ist.    

Quellen:

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