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Saudi-Arabien bombardiert Ziele in Jemen

29. März 2015 - Internationales

Jemen ist schon seit vielen Jahren durch innerstaatliche Instabilität, interreligiöse Konflikte sowie Rückzugsgebiete von Al Kaida nahen Gruppierungen geprägt. Nach heftigen Protesten trat Anfang 2012 der bisherige Herrscher Ali Abdullah Salih nach stolzen 34 Jahren an der Macht zurück. Auf seinen gewählten Nachfolger Mansur Hadi wurde von Seiten der Bevölkerung viel Hoffnung gesetzt, jedoch konnte er diese nicht erfüllen. Verantwortlich dafür war u.a. die ehedem desolate wirtschaftliche Lage in Kombination mit einer deutlich nachlassenden Ölförderung - der Hauptdevisenquellen des ansonsten darbenden Landes. Konnten unter Salih die gröbsten Risse im staatlichen Zusammenhalt unter Rückgriff auf die Petrodollars noch gekittet werden, blieb Hadi diese Option nahezu verweigert.

Schiitische Milizen konnten inzwischen wesentliche Teile des Landes - u.a. auch die Hauptstaat Sanaa - unter ihre Kontrollen bringen, bekämpft wiederum von sunnitischen Stammeskriegern, Al Kaida Kämpfern und Regierungstruppen.

Der Rückzugspunkt der Regierung - die Hafenstadt Aden - steht ebenfalls kurz vor dem Fall. Saudi-Arabien ist jetzt aber den Bitten des faktisch abgesetzten Präsidenten Hadi gefolgt und hat zusammen mit anderen Golfstaaten mit Luftangriffen auf die schiitischen Milizen begonnen. Ähnlich wie 2011 in Bahrain greift Saudi-Arabien damit erneut in einen Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten ein. Wie und ob der Lokalrivale Iran in dieser Situation reagieren wird, bleibt offen. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass er seine schiitischen Glaubensbrüder zumindest inoffiziell unterstützen wird. Auf Grund der Topografie Jemens werden Luftangriffe keine endgültige militärische Entscheidung herbeiführen können, so dass sich der Bürgerkrieg noch lange hinziehen wird. Sollten die Kämpfe aber soweit eskalieren, dass - ähnlich wie im Irak bzw. Syrien - Menschen allein auf Grund ihrer religiösen Zugehörigkeit massakriert werden, könnte sich der Iran gezwungen sehen, aktiv einzugreifen, was dann die Gefahr einer offenen militärischen Konfrontation mit Saudi-Arabien in sich birgt und den Nahen Osten weiter in den Abgrund ziehen könnte.

Quellen:

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