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Japans umstrittene Geschichtsbücher

29. April 2015 - Internationales

Der Umgang Japans mit seiner eigenen Geschichte wird von seinen Nachbarn schon seit längerem als zunehmend revanchistisch erlebt. Besuche von hohen Regierungsmitgliedern - u.a. auch Regierungschef Shinzo Abe - am Yasukuni-Schrein sorgten schon mehrfach für diplomatische Verstimmungen, insbesondere mit China und Korea. An dieser Gedenkstätte wird den japanischen Toten der Kriege seit 1886 gedacht, darunter auch verurteilten Kriegsverbrechern.

Die Neuauflage von Schulbüchern - die letztendlich von japanischen Erziehungsministerium vorgeschrieben wird - über den zweiten Weltkrieg führt nun erneut für heftige Reaktionen aus Seoul, Peking und Taipeh. Die im Vergleich zu deutschen bzw. europäischen Standards so und so als reichlich unkritisch geltenden Unterrichtsmaterialien werden in der neusten Auflage noch weiter beschönigt. Unter anderem wurde das Massaker von Nanking mit bis zu 300.000 Toten lediglich als "Zwischenfall" sowie die aggressive Expansionspolitik als "Vordringen" deklariert und die Versklavung mehrerer tausend Frauen als sog. Trostfrauen kaum noch thematisiert. Die Divergenzen japanischer und internationaler Geschichtswahrnehmung nehmen durch solche Maßnahmen mehr und mehr zu und sorgen vor allem in den im 2. Weltkrieg betroffenen Ländern zu einem wachsendem Misstrauen gegenüber Japan.

Die nationalistischen Tendenzen in Japan sind kein neues Phänomen, sondern kochen abhängig von den jeweiligen politischen Machtverhältnissen seit Jahrzehnten immer wieder hoch, scheinen in den letzten Jahren jedoch zuzunehmen. Im Zusammenspiel mit der wachsenden Rohstoffkonkurrenz sowie dem Erstarken Chinas birgt das Verhalten Japans enormes Konfliktpotenzial.

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