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Mangelhafter Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen

02. Mai 2015 - Wissenschaft, Gesellschaft

Eine Studie der WHO vergleicht die staatlichen Maßnahmen in 133 Ländern zur Eindämmung der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen und offenbart einen weiterhin großen Handlungsbedarf. Auch wenn die Notwendigkeit aktiv zu Handeln bei vielen Regierungen angekommen ist, verfügen nicht mal ein Viertel der beteiligen Länder über Programme zu diesem Thema. Auch das Monitoring der Entwicklung kommt die vielen Ländern zu kurz, was häufig auf mangelnde Infrastruktur, zu geringe Laborkapazität sowie schlechtes Datenmanagement zurückzuführen ist.

Auf Konsumentenseite ist der Glaube, Antibiotika würden gegen alle Viruserkrankungen - z.B. gegen eine banalen Erkältung - helfen, immer noch weit verbreitet. Daneben stellt der rezeptfreie Verkauf von Antibiotika weltweit ebenfalls ein großes Problem dar. Verschärft wird die Thematik zusätzlich durch eine häufig falsche Einnahme der Medikamente. Ein weiterer kritischer Bereich sind die schleppend vorankommenden Präventionsmaßnahmen gegen Krankenhausinfektionen. Im Report nicht explizit genannt wird der massive Einsatz von Antibiotika bei der Tierzucht.

In der EU bündelt das European Antimicrobial Resistance Surveillance Network (EARS-Net) die Monitoringergebnisse aller Mitgliedsstaaten. Immerhin 40% der europäischen Staaten (EU und nicht EU) verfügen über umfassende Programme. In anderen Weltregionen, insb. Afrika, aber auch in Nord- und Südamerika, ist die Entwicklung noch weit hinterher. Einschränkend sollte noch erwähnt werden, dass die Existenz von entsprechenden staatlichen Maßnahmen noch lange nichts über deren Effektivität aussagt.

Um das Szenario einer Post Antibiotika Ära abzuwenden, werden noch viele Anstrengungen notwendig werden.

Quellen:

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