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Gratwanderung der Türkei

02. August 2015 - Internationales

Die Türkei hat die in den letzten Jahren aufgenommenen Verhandlungen mit der kurdischen PKK für beendet erklärt und begann letzte Woche mit massiven Bombardements auf deren Infrastruktur im Irak. Das türkische Militär hatte bereits letztes Jahr Einsätze gegen die PKK geflogen, die jetzigen Angriffe scheinen jedoch eine ganz andere Intensität zu haben. Daneben wurden auch Ziele im Territorium des Islamischen Staates angegriffen.

Die kurdische YPG aus Syrien vermeldet ebenfalls Angriffe auf Ihre Stellungen von Seiten der Türkei - was diese abstreitet -, obwohl sie eigentlich als Verbündeter der Nato und der Türkei im Kampf gegen den Islamischen Staat gilt. Die YPG wirft der Türkei schon länger vor, mit dem islamischen Staat zumindest zu sympathisieren, wenn nicht sogar diesen passiv zu unterstützen (z.B. durch die einfache Einreise von IS-Kämpfern über die Türkei). Mit den irakischen Kurden hat die Türkei wiederum ein entspanntes Verhältnis. Die nachfolgende Grafik versucht die Situation zu verdeutlichen.

Der Auslöser der Kampfaufnahme der Türkei war ein mutmaßlich vom Islamischen Staat am 20.07.2015 ausgeführter Anschlag in der türkischen Stadt Suruc mit zahlreichen kurdischen Opfern. Die PKK ermordete zwei Tage später zwei türkische Polizisten, die angeblich mit dem Islamischen Staat paktiert haben sollen. Dass nach über einem Jahr Weigerung just zu diesem Zeitpunkt auf einmal Militärstützpunkte für Flugzeuge der USA in der Türkei zur Verfügung gestellt wurden, wirkt doch mehr als Zufällig. Während aus Europa kritischen Stimmen zu den Bombardements gegen die PKK kommen, sind von Seiten der USA keine diesbezüglichen Äußerungen zu hören.

Insgesamt also eine undurchsichtige Gesamtsituation, in der vor allem die Türkei einer riskanten Strategie nachgeht und sowohl innenpolitische wie auch internationale Verwerfungen in Kauf nimmt.

Die Kurden tragen insgesamt einen erheblichen Teil der Kämpfe gegen dem Islamischen Staat. Durch die Verflechtungen der verschiedenen kurdischen Fraktionen ist es praktisch nicht möglich, lediglich einen Flügel zu treffen bzw. zu unterstützen. Daneben liegt es nahe, dass Waffenlieferungen westlicher Staaten - u.a. auch Deutschlands - an die Kurden auch Ihren Weg zur PKK finden und damit gegen einen Nato-Partner eingesetzt werden könnten. Dies stellt wiederum die so und so spärliche Belieferung der Kurden vollends in Frage stellen. Die PKK wird zwangsläufig Ihre Kämpfer von den Fronten in Syrien und dem Irak abziehen und sich der Türkei zuwenden müssen. Als Profiteur bleibt am Ende der Islamische Staat.

Quellen:

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