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Kein Frieden im Jemen

02. April 2017 - Internationales

Vor gut zwei Jahren begann die Militärintervention einer von Saudi-Arabien geführten Militärallianz im Jemen. Offizielles Ziel war die Befriedung des nach der Entmachtung des über 33 Jahren herrschenden Ali Abdullah Salih im Januar 2012 mehr und mehr instabilen Landes. Salihs Nachfolger Abed Rabbo Mansur Hadi sah sich einer immer stärkeren und auch gewaltsam aktiven Opposition der schiitischen Huthi ausgesetzt. Betrachtet man die geographische Lage des Jemen, so wird schnell klar, dass Saudi-Arabien kein schiitisch dominiertes Land an seiner Südflanke dulden wird, da dies dem Erzfeind Iran einen klaren strategischen Vorteil bringen würde. Aus Sicht Saudi-Arabiens droht eine regelrechte Umklammerung, sollten sich sowohl im Irak als auch im Jemen schiitische Gruppierung durchsetzen. Um dieses Szenario zu verhindern, sind auch militärischen Mittel recht, wie das Eingreifen in Bahrain 2013 zeigt.

Die religiöse Komponente sollte ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden: für die strenggläubigen saudischen Wahhabiten gelten Schiiten im Allgemeinen als üble Häretiker, die es noch vor Christen und anderen Ungläubigen zu bekämpfen gilt.

USA: Militär vs. Versicherungen

Trotz aller berechtigter Vorwürfe Saudi-Arabien unterstütze weltweit radikal-islamische Bewegungen, bleiben die USA ihrem pro-saudischen Kurs treu und haben angekündigt die Militäraktion noch mehr als bisher zu unterstützen. Bisher haben die USA selbst vor allem logistische Hilfe geleistet sowie Drohenangriffe gegen von Al-Qaida bzw. dem IS gehaltene Gebiete geflogen.

Die Rolle Saudi-Arabiens im Zusammenhang mit dem radikal-islamischem Terrorismus wird durch die Klage mehrerer Versicherungsunternehmen aus den USA gegen das Königreich in einen sehr fragwürdigen Kontext gestellt. Wird in der Klageschrift doch klar Bezug auf die Beteiligung Saudi-Arabiens an der Finanzierung von Extremisten eingegangen. Barack Obama hatte gegen das für die Klage notwendige Gesetz sein Veto eingelegt, der US-Kongress überstimmte ihn jedoch.

Sollte die Klage Erfolg haben, würde das die Glaubwürdigkeit der Ermittlungen der USA zum 09. September weiter Beschädigen.

Der Jemen blickt nach aktuellen Stand in keine gute Zukunft. Vielmehr droht ein weiteres Land in einen noch lange anhaltenden Bürgerkrieg zu versinken an dessen "Ende" ein gescheiterter Staat bleiben könnte. Selbst bei einer positiven Entwicklung wird es Jahre dauern, die durch den Bürgerkrieg verursachten Schäden zu beheben.

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