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Atomkriegsuhr 2017 auf neuem Höchststand

25. Oktober 2017 - Wissenschaft, Internationales

Die Atomkriegsuhr ("doomsday clock") bezieht sich auf den Spruch "5 Minuten vor Zwölf" und soll auf die aktuelle Bedrohungslage einer Katastrophe globalen Ausmaßes - z.B. den Klimawandel -, aber im speziellen auch auf die Gefahr eines Atomkrieges hinweisen. Hinter der Idee steht die Zeitschrift "Bulletin of the Atomic Scientists", die auch maßgeblich an der Einstufung beteiligt ist. Es gibt keine fest definierten Werte, die den Stand der Uhr beeinflussen, jedoch wird dieser ausführlich begründet.

Folgende Punkte waren maßgeblich für die Hochstufung des Wertes 2017 verantwortlich:

  • Donald Trump wurde Präsident der Vereinigten Staaten (verbunden mit seinen Äußerungen zur nuklearen Aufrüstung oder seiner Forderung Japan und Südkorea nuklear aufzurüsten). Die erstmals seit dem Kalten Krieg wieder in Kampfbereitschaft versetzten Langstreckenbomber passten ebenfalls gut in das Bild.
  • Weitere Atommächte sind vermehrt dabei Ihr Arsenal zu verstärken (z.B. Nordkorea, Indien, Pakistan) oder generell zu modernisieren (u.a. Russland) und versuchen damit die Abschreckungswirkung ihrer Nuklearwaffen auszubauen oder zu erhalten.
  • Lokale Konflikte mit Einflussnahme und/oder Beteiligung von Atommächten sind ebenfalls ein Kriterium. In Syrien und der Ukraine haben Russland und die USA konträre Vorstellungen, in Nordkorea prallen chinesische und US-Interessen aufeinander.
  • Der Klimawandel spielt ebenfalls eine große Rolle. Das Übereinkommen von Paris hat zumindest auf dem Papier einen Fortschritt gebracht, inwiefern konkreten Maßnahmen folgen bleibt - vor allem nach den Androhung des Austritts der USA aus dem Abkommen - weitestgehend offen. Dass sich US-Politiker nicht entblöden selbst die Bibel (1, 2) als Begründung für einen nicht vorhandenen oder zumindest in den Auswirkungen harmlosen Klimawandel heranzuziehen, mag mehr als nur verstörend wirken.
  • Der Einfluss von neuen Technologien auf demokratische und politischen Prozesse (u.a. Fake News, Informationsmonopole oder direkte Beeinflussung von Wahlen) fließt ebenfalls in die Bewertung ein.
  • Die Entwicklung autonomer Waffensystem findet abschließend auch Raum in der Begründung.

Insgesamt eine interessante Betrachtung. Selbstverständlich lässt sich über einzelne Punkte diskutieren. Die Generelle Entwicklung (vgl. folgende Abbildung) zeigt jedoch einen Trend, der zu denken geben sollte.

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