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Paradise Papers

12. November 2017 - Internationales, Wirtschaft

Nach den Offshore Leaks 2013, den LuxLeaks 2014, den Swiss Leaks 2015 und den Panama Papers 2016 erlebt die Welt 2017 den nächsten großen Skandal rund um den moralisch wie rechtlich oft schwammigen Bereich zwischen Steuervermeidung und Steuerbetrug: die Paradiese Papers.

Zwar werden nach jedem Skandal Maßnahmen und Initiativen ins Leben angestoßen, der große Wurf scheint bisher aber wohl nicht gelungen zu sein. In Europa wurden Gesetzesinitiativen auf Betreiben einzelner Mitglieder – u.a. Groß Britannien und Deutschland – immer wieder aufgeweicht. Bei einem geschätzten Steuerverlust von 150 Milliarden Euro pro Jahr (!) nur innerhalb der EU ein mehr als erstaunlicher Vorgang. Setzt man die genannte Summe z.B. in Relation zu den griechischen Staatssschulden von kumuliert um die 320 Milliarden Euro im Jahr 2017, so wird deutlich, um welche Dimensionen es sich hierbei handelt.

Staaten und Gesellschaften können auf unterschiedliche Art und Weise von solchen Auswüchsen betroffen sein:

  • Schaffung ungleicher wirtschaftlicher Voraussetzungen zwischen Unternehmen die aktive Steuervermeidung betreiben und denen, die das nicht tun (können).
  • Fehlendes Geld für Soziales, Umweltschutz oder Digitalisierung, mit allen mittel- und langfristigen Auswirkungen.
  • Förderung illegaler Strukturen (illegaler Waffenhandel, Menschen- und Drogenhandel etc.), welche z.T. auf die gleichen Methoden zurückgreifen, wie die in den Enthüllungen genannten Konzerne. Ohne diese Möglichkeiten wäre die Geldwäsche deutlich erschwert.
  • Verringerung der Steuermoral in der Bevölkerung sowie generell schwindendes Vertrauen in demokratische Prozesse.

Es sollte deutlich werden, dass die Auswirkungen neben massiven monetären Verlusten auch andere Bereiche betreffen und mittelfristig enorme gesellschaftliche Schäden anrichten können. Nur ein energisches Vorgehen von Regierungen und Staatengemeinschaften können Wirkung entfalten.

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