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29. Dezember 2017

Kältewelle in den USA und der Klimawandel

Eine starke Kältewelle beherrscht aktuell Teile der USA. Meteorologen erwarten in den kommenden Tagen weiter unerwartet tiefe Temperaturen, die sich um bis zu 10° unter dem zu erwarteten Durchschnitt bewegen. Es wird bereits von den kältesten Wintertagen seit Jahrzehnten gesprochen. Neben den niedrigen Temperaturen sind die Menschen in den USA auch von heftigen Schneefällen betroffen. Entsprechend sind auch erhöhte Unfallzahlen im Straßenverkehr zu verzeichnen und bei länger anhaltenden Niedrigtemperaturen könnten auch die Zahl der Kältetoten - insbesondere unter Obdachlosen - steigen.

Präsident Trump - der ja weithin als Skeptiker des Klimawandels gilt - hat sich in gewohnter Rhetorik geäußert:

"In the East, it could be the COLDEST New Year’s Eve on record. Perhaps we could use a little bit of that good old Global Warming that our Country, but not other countries, was going to pay TRILLIONS OF DOLLARS to protect against. Bundle up!"
https://twitter.com/realDonaldTrump

Inwiefern die Äußerung ironisch oder ernst gemeint war, bleibt offen. Nachdem Trump hinter der globalen Erwärmung auch schon eine Verschwörung der Chinesen gesehen hat, mag man zu zweiterem tendieren, was auch insgesamt gut zu anderen Entscheidungen - von der  Deregulierungen in der Ölindustrie bis zur Abschaffung von Klimaschutzprogrammen - passen würde.

Wetter vs. Klima

Die im Falle einer Kältewelle herangezogene Argumentation ist auf den ersten Blick schlüssig (Wenn wir eine Klimaerwärmung haben, warum ist es dann so kalt), ließe sich aber z.B. mit den Vorhersagen für Deutschland - Mild mit bis zu 16 Grad (im Dezember) - konterkarieren.

Hauptfehler ist jedoch der Vergleich von Wetter und Klima. Stellt das Wetter einen eher kurzfristigen und vor allem regional bezogenen Zustand dar, so ist das Klima der global vorherrschende Zustand. Unabhängig vom Klimawandel an sich wird es immer Regionen geben, die deutlichen Schwankungen nach unten oder oben ausgesetzt sind.

In Anbetracht der Kältewelle in den USA mag die globale Erwärmung von aktuell ca. 1,2° nicht sonderlich bedrohlich wirken, die Folgen können dennoch verheerend sein: noch stärkerer Migrationsdruck, v.a. aus Afrika, Zunahme von Naturkatastrophen, Zusammenbruch von Ökosystemen, was wiederum Nahrungsketten bedrohen kann ...

Wissenschaft in Frage gestellt

Das bedenkliche an Trumps (oder auch vergleichbaren) Äußerungen ist, dass hierbei wissenschaftliche Fakten schlicht und einfach ignoriert und durch eine eigene, wohlgefallenere "Wahrheiten" ersetzt werden.

Dass eine Erwärmung der globalen Temperatur stattfindet gilt als erwiesen. Für die Verantwortung des Menschen an dieser Entwicklung steht ebenfalls ein breiter wissenschaftlicher Konsens. Werden solche Ergebnisse von politischen Entscheidungsträgern schlicht und einfach bei Seite geschoben oder gar lächerlich gemacht, droht der Wissenschaft in allen Bereichen zukünftig ein schwerer Stand. Mit fatalen Folgen für uns alle.

07. Februar 2016

Klimawandel: 2015 neues Wärmerekordjahr

Nach den Daten der WMO (World Meteorological Organization) war 2015 das wärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn und hat die Werte der vorindustriellen Zeit um über 1° Celsius überschritten. Damit toppt 2015 das bisherige Rekordjahr 2014. Den Prognosen nach könnte 2016 einen weiteren Wärmerekord aufstellen. Neben den weiterhin hohen Treibhausgasemission war auch das Klimaphänomen El Niño verantwortlich für diese Entwicklung.

Ursachen wie Auswirklungen des Klimawandels werden immer wieder heftig diskutiert. Dennoch zweifeln kaum noch ernst zu nehmende Wissenschaftler an der Existenz des Klimawandels an sich. Bei konkreten Maßnahmen sieht es dagegen schon wieder anders aus, lässt sich die Politik doch mehr von kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen leiten, als von einer langfristig orientierten Planung. Dazu kommt, dass über die langfristigen Folgen des Klimawandels teils konträre Meinungen existieren, was schlicht und einfach der hohen Komplexität des Weltklimas geschuldet ist.

Schon jetzt spürbare Folgen des Klimawandeln

Dass die Auswirkungen des Klimawandels nicht nur die lange Sicht betreffen, soll an den folgenden Beispielen dargestellt werden:

  • Zunahme von klimabedingten Naturkatastrophen: hierzu gehören insbesondere jegliche Art von extremen Wetterphänomenen. Für Deutschland sei auf die massiven Überschwemmungen (2006, 2010, 2013), der Hitzewelle (2015) oder die Orkane (2013, 2014, 2015) verwiesen. Auch wenn es genannte Wetterereignisse schon immer gab, ist doch statistisch eine spürbare Zunahme zu verzeichnen (vgl. hier)
  • Neue Krankheiten: Aufgrund der Klimaerwärmung konnten sich in Europa bereits jetzt Überträger von bisher nur in Tropenregionen vorkommenden Krankheiten festsetzen. Die asiatische Tigermücke hat ihr ursprüngliches Habitat erweitern können und sich in Italien, Südfrankreich, der Balkanregion, Spanien und dem Süden Deutschlands festgesetzt. Sie kann das Chikungunya- sowie Dengue-Fieber übertragen. Die Infektionen stellen bisher in Europa Einzelfälle dar, jedoch kann bei anhaltender Entwicklung von einer deutlichen Zunahme ausgegangen werden.
  • Steigender Migrationsdruck: Schwere Auswirkungen des Klimawandels werden vor allen in den sog. dritte Welt (u.a. Subsahara-Afrika) Staaten erwartet. Dies wird die Menschen aus diesen Ländern aus reinem Überlebenstrieb zwingen, sich auf die gefährliche Reise nach Europa zu machen. Selbst mit sehr hohen Investitionen aus klimatisch besser gestellten Ländern wird diese Entwicklung kaum aufzuhalten sein.

Selbstverständlich sind die genannte Beispiele nie monokausal auf den Klimawandel zurückzuführen. Dafür sind die Effekt zu komplex und sollten immer einer detaillierten Betrachtung unterzogen werden. Nichtsdestotrotz sind die Folgen des Klimawandels ein treibender Faktor in der Gesamtentwicklung, der durchdachter und global angelegter Lösungen bedarf. Aufgrund wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Interessen, der vermeintlich erst in ferner Zukunft spürbaren Folgen sowie diversen akuten politischen Krisen, tut sich die Weltgemeinschaft schwer, wirklich durchgreifende Maßnahmen zu treffen.

14. September 2014

Neuer Rekord der Treibhausgaskonzentration

Die in Genf ansässige Weltorganisation für Meteorologie (englisch: World Meteorological Organization (WMO)) meldet in einem Bericht einen neuen Rekord der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre im Jahr 2013, der vor allem durch die Zunahme von Kohlendioxid verursacht wurde.

Wie zu Beginn erwähnt beschäftigt sich der Bericht mit der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre, also der Endmenge der erzeugten Treibhausgase abzüglich der durch die Meere und die Biosphäre absorbierten Emissionen.

Ungefähr ein viertel des CO2s wird von den Meeren aufgenommen und könnte durch durch die dadurch bedingte Verkalkung zu schweren Beeinträchtigungen des biologischen Gleichgewichtes führen. Dies  könnte global betrachtet - neben dem zu erwartenden Temperaturanstieg - ein weiteres großes Problem werden, beispielsweise durch die Reduzierung oder Auslöschung von Fischbeständen durch den Zusammenbruch von Nahrungsketten.

Handlungsbedarf wäre dringend gegeben, ob sich die Weltgemeinschaft in Zeiten akuter Krise (Ukraine, Naher Osten (Syrien, Irak..)) zu wirksamen Maßnahmen durchringen wird, kann angezweifelt werden.

Quellen:

31. März 2014

5. Bericht des IPCC - Teil 2: Anpassungsoptionen an den Klimawandel

Heute wurde der zweite Teil des 5. Berichts des Weltklimarates (IPCC) veröffentlicht. Während sich Teil 1 der Berichts mit wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels auseinandersetzte, wird in diesem Teil des Gesamtopus der Fokus auf die Möglichkeiten und Grenzen von Anpassungsleistungen an den Klimawandel in verschiedenen Regionen der Welt dargelegt.

Es wird deutlich, dass die Folgen nicht nur von den jetzt schon mit teils schweren klimatischen Bedingungen kämpfenden Ländern Afrikas oder Asien zu tragen sind, sondern auch in nicht unerheblichem Umfang in den Industrienationen. Auch wenn der kausale Zusammenhang immer schwer herzustellen ist, die starken Überschwemmungen in Großbritannien oder die Kältewelle in den USA zu Beginn des Jahres lassen erahnen, welche Folgen ein fortschreitender Klimawandel auch hierzulande haben könnte. Bei entsprechend gut ausgebauter (Wirtschafts-)Infrastruktur sind schnell deutlich merkbare Schadenshöhen erreicht.

Generell können sich Volkswirtschaften zumindest bedingt an die zu erwartenden Folgen anpassen, sofern technologische und vor allem gesellschaftliche Voraussetzungen geschaffen werden, beispielsweise durch Renaturierungsmaßnahmen in von Überschwemmungen bedrohten Gebieten, Erhöhung von Deichen in Küstennähe oder den Erhalt sowie die Nutzung klimatisch toleranter Pflanzen.

Die Kosten für denkbare Anpassungen werden kontinuierlich steigen.  Schätzungen gehen weltweit von 70 bis 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr ab 2050 aus. Daneben darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Anpassungen an den Klimawandel immer nur bis zu einem gewissen Grad möglich sind und irreversible Schäden im Zweifelsfall gar nicht kompensiert werden können.

Mitteleuropa könnte im Vergleich zu anderen Regionen in Bezug auf direkte Auswirkungen relativ glimpflich davon kommen. Bezieht man die indirekten Folgen - z.B. vermehrte Instabilität in stärker betroffenen Regionen mit allen Konsequenzen - mit ein, mag man der Zukunft schon weniger erfreut entgegen sehen.

Quellen:

11. Oktober 2013

Klimawandel schreitet voran - 5. Bericht des IPCC

Der fünfte Sachstandsbericht (Fifth Assessment Report, AR5) des in der Schweiz ansässigen Weltklimarats (IPCC) hat seine Veröffentlichungsphase begonnen. Aktuell liegt der Beitrag der Arbeitsgruppe 1 über die wissenschaftlichen Grundlagen vor. Drei zusätzliche Publikationen anderer Arbeitsgruppen werden bis Oktober 2014 folgen.

Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change) wurde bereits 1988 von der UN Abteilung UNEP (Umweltprogramm der UN) sowie der Weltorganisation für Meteorologie in Leben gerufen. Ziel ist es, Entscheidungsträger mit zusammenfassenden Berichten über den Stand der Forschung zum Klimawandel zu versorgen. Auf Grund politischer Einflussnahme, eines Fehlers bei der Berechnung der angenommenen Geschwindigkeit der Gletscherschmelze im Himalaya in einer frühere Publikation und dem Thema an sich, ist der Weltklimarat immer wieder Kritik ausgesetzt. Dennoch kann von einer hohen Glaubwürdigkeit ausgegangen werden.

Die Kernaussagen zur vorherigen Bericht AR4 aus dem Jahr 2007 haben sich nicht wesentlich geändert. Allerdings werden die Klimamodelle immer detaillierter und die Erkenntnis über das Wirken der zahlreichen Einflussfaktoren nimmt mehr und mehr zu, was insgesamt die Prognosen sowohl genauer als deren Eintreffen auch wahrscheinlicher macht.

Die Verantwortung des Menschen an der Erderwärmung gilt nach den neusten Erkenntnissen als extrem wahrscheinlich. Die Freisetzung von Treibhausgasen, vor allem CO2, gilt als Hauptproblemfaktor. Das oft genannte Ziel, die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, wird dem Bericht nach nur mit einer sehr ehrgeizigen Klimapolitik erreichbar sein. In jedem Fall wird von einem weiteren Temperaturanstieg ausgegangen.

Die genannten Folgen sind vielfältig, können sich aber natürlich regional und saisonal unterscheiden. Generell kann von einer Zunahme von Wetterextremen ausgegangen werden, hierbei sind sowohl längere Hitzeperioden, Starkregen und Überschwemmungen sowie Unwetter und Stürme zu nennen. Die Niederschlagsmengen werden sich je nach Region
unterschiedlich verhalten. Verallgemeinert werden trockene Gebiete mit noch weniger Regen, feuchte Gebiete mit mehr Regen rechnen müssen.

Gletscher, Ein- und Schneeflächen werden je nach Prognoseszenario mehr oder weniger Abnehmen und dadurch den Meeresspiegel bis zum Ende des 21. Jahrhunderts zwischen 26 und 82 cm steigen lassen, was für so manches Inselparadies selbst unter Annahme einer moderaten Entwicklung das Ende bedeuten wird.

Abgesehen vom Anstieg, ist das Meer weiteren Einflüssen unterworfen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Meerestemperatur weiter erhöhen wird, diese Veränderung auch tiefere Ozeanschichten beeinflussen und sich unter Umständen auf die Ozeanzirkulation auswirken kann. Im Extremfall könnte dies ein Aus des Golfstromes und damit eine deutliche Herabsenkung der Temperatur in Europa bedeuten.

Das Meer nimmt darüber hinaus einen Teil des emittierten CO2s auf und versauert mehr und mehr. Dies beeinträchtigt das Wachstum und die Entwicklung vieler Meereslebewesen und könnte sich auf die damit verbundenen Nahrungsketten auswirken.

Ob der Klimawandel zumindest in beherrschbare Bahnen gelenkt werden kann, hängt davon ab, inwiefern kurzfristig Vorteile gegenüber langfristigen Kosten aufgewogen werden. Zahlen auf der EU Strategiepapier zum Klimawandel machen die erwarteten monetären Folgen deutlich.

Quellen:

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